Venus-Bedeckung durch den Mond 2008 12 01

Aus dem Sternenboten 1/2009.

Eva Kutschera, Jaunerstraße 14, Wien 13

Aus einem dortigen Fenster (16°15'55"E / 48°09'45"N, 280m) konnte ich eine Serie der Bedeckung mit Sony DSC-H3, f/4,4, f=63mm (!), 1/30s, ISO 800, aufnehmen: Das Bild vom Bedeckungsanfang entstand um 16h18 UT *)

Wolfgang Schröter, Schwarzes Kreuz, Klosterneuburg

Die Aussichtsplattform beim Schwarzen Kreuz hat die Koordinaten 16°19'32,0"E / 48°17'46,8"N, 217m (GPS "Austria"). Bei sehr veränderlicher, schnell wechselnder Bewölkung war der Himmel anfangs recht klar, am Schluß aber weitgehend bedeckt. Es brauste ein böiger Sturm. Der tatsächliche Bedeckungsbeginn war gerade nicht mehr sichtbar. Ich beobachtete im Zeitraum von 16h45 bis ca.17h30 MEZ mit dem Fernglas 7x42 und dem Fernglas 15x80 auf Stativ. Für die Aufnahmen hatte ich die Kamera Canon EOS 200D Digital mit Objektiven EF 50mm und EF 85mm vorbereitet. Ich machte einige Aufnahmen von der schönen Konstellation, von denen zwei recht brauchbar wurden, um 16h54, f=50mm, 100 ASA 1/15s, f/1,4 und 16h56*), f=85mm, 100 ASA, 1/5s, f/1,8 (MEZ). Ich hatte die Absicht, danach visuell eine möglichst gute Zeitnehmung von Anfang und Ende der Bedeckung zu machen. Leider verschlechterten sich die Sichtbedingungen rapid und um 17h17 MEZ sah ich Mond und Venus zum letzten Mal. Ich bin mir trotzdem ziemlich sicher, daß der Beginn noch nicht erfolgte (gerechnete Uhrzeit Venusrand: 17h17m47s! (Grundlagen von J.Meeus. Red).

Mag.Thomas Weiland, Ospelgasse, Wien 20

Zunächst hatte nur wenig Hoffnung auf eine Beobachtung dieses Ereignisses bestanden, im Laufe des Nachmittags riss der kräftige Südwind jedoch immer größere "Schneisen" in die vorerst noch dichte Wolkendecke. Kurz vor Sonnenuntergang, gegen 14h50m UT, gelang mir ein erster Blick zu Venus und Mond, und im Laufe der Dämmerung gesellte sich noch Jupiter, der an diesem Tag in Konjunktion mit Venus stand, dazu. Ein spektakulärer Anblick! Wie üblich beobachtete ich von unserer Dachterrasse in Wien 20 aus (λ = -16°23'07,0", φ = +48°14'06,0", 180 m Seehöhe; WGS84). Erwartungsgemäß erwies sich das Seeing als ziemlich schlecht, weswegen ich neben dem Maksutov-Newton 127/762 mm (12-mm-Okular; 63,5x) zusätzlich ein Spektiv 30x75 (auf Stativ) benutzte, welches auf Grund seiner geringeren Vergrößerung ein ruhigeres Bild (R=3) bot. Gegen 16h18m UT hatte sich der gut sichtbare dunkle Rand des Mondes dem knapp 17" messenden, zu 67% erleuchteten Venusscheibchen bereits dramatisch genähert. Kurz darauf begann die Bedeckung. Das vollständige Verschwinden des beleuchteten Teils (nahe der südlichen Hornspitze) stellte ich am Spektiv um 16h18m52,9s UTC (persönliche Gleichung 0,3s; abgezogen; Genauigkeit ± 0,2s) fest. Leider konnte ich den Austritt am hellen Rand infolge der geringen Höhe über dem Horizont von nur 3° nicht mehr verfolgen. Wie eine diesbezügliche Nachschau im Himmelskalender bzw. mit LOW (Lunar Occultation Workbench) ergab, sind Venusbedeckungen bei Tag nicht allzu selten, jene in der tiefen Dämmerung oder bei Nacht hingegen sehr. Demnach fand seit Beginn meiner Bedeckungs-Beobachtungen im Jahr 1978 kein vergleichbares Ereignis statt, und auch während des betrachteten Zeitraums bis Anfang 2040 ist für Wien mit keiner solchen Gelegenheit mehr zu rechnen! (In der Tat, s. Hauptbeitrag: Wir sind eine ehrliche Firma! Red.)

Dipl.Ing.Josef Wenhardt, Freiluftplanetarium, Wien 23

Mit Kamera Canon EOS 350D 200mm wurde die ganze Folge dank des niedrigen Landschaftshorizonts erfaßt. Ein prächtiges Bild!

*) Dieses und 2 vorige Bilder werden im Schaukasten des Freiluftplanetariums ausgestellt. Für das Freiluftplanetarium (16°15´13"E / 48°08´50"N, 331m) lauten die Uhrzeiten MEZ: Anfang 17h18m28s, Ende 18h26m37s.

Astronomisches Büro